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Exkursion Leipzig Buchenwald 2013

 

PSI Historiker/innen der Jahrgangstufe 13 auf den Spuren

deutscher Vergangenheit

Leipzig/Buchenwald v. 17.1. 20. 1. 2013

Studienreisetagebuch von Jasmin Braunsdorf

Es ist Donnerstag, der 17. Januar 2013, 08.00 Uhr und wir (das sind 21 Geschichts-Lkler und 19 Gkler samt Frau Emich und Herr Ganzert) machen uns auf zu einer Reise in die Vergangenheit. Nach etwa zweieinhalb Stunden Busfahrt erreichen wir unser erstes Etappenziel: Checkpoint Alpha. Hier teilen wir uns in zwei Gruppen auf und werden durch das Museum geführt. Neben den Informationstafeln gibt es zahlreiche Exponate, Modelle und Nachbauten, die uns zeigen, wie das Leben an der Grenze zwischen den zwei getrennten Brüdern aussah. Zudem erhält man sowohl visuelle als auch auditive Eindrücke in dem nebenanliegenden Kinoraum. Nach diesen ersten Impressionen geht es raus, vorbei an der einstigen Grenze. Im Lager der amerikanischen Truppen angekommen, blicken wir auf zahlreiche Baracken und Panzer. Wir lassen uns in Baracke A nieder, wo man einen Schlafraum der Soldaten und das Büro eines Kommandanten besichtigen kann. Auch gibt es Dokumente sowie Ausrüstung und Uniformen der amerikanischen Soldaten zu bestaunen. Nach einer kurzen Mittagspause haben wir die Möglichkeit Fragen an zwei Zeitzeugen zu stellen, die in der Zeit der Mauer im Osten oder Westen gelebt haben. Dann geht es weiter nach Leipzig, wo wir um 20.15 Uhr (also der Primetime) ankommen und die Stadt individuell erkunden können.

Am nächsten Morgen werden wir um 09.30 Uhr im Zeitgeschichtlichen Forum erwartet. Dort führt uns ein Museumsmitarbeiter vom Kriegsende (1945) entlang der Gründung von BRD und DDR (1949) sowie dem Mauerbau (1961) zum Mauerfall (1989) und  der Wiedervereinigung (1990). Dabei werden nicht nur die häufig unterrichtstypischen politischen und wirtschaftlichen Bereiche beleuchtet, sondern auch kulturelle und gesellschaftliche Aspekte. Im Anschluss an die Führung kann noch eine aktuelle Ausstellung, die sich mit Machtgesten beschäftigt, besucht werden. Diese deckt nicht nur Sinn und Zweck alltäglicher Gesten auf, sondern auch die von Frau Merkel und Herrn Schröder. Am Mittag kommt die Gruppe in der Runden Ecke (einstige Bezirksverwaltung für Staatssicherheit) wieder zusammen. Dort wird uns ein Einblick in die Geschichte, Struktur und Arbeitsweise der Stasi gewährt. Vom originalgetreuen Nachbau einer Zelle aus der ehemaligen MfS-Untersuchungshaftanstalt über Geräte zur Postkontrolle, Wanzen, konspirativer Fototechnik und eine Maskierungswerkstatt bis hin zu einer Kollermaschine für die Vernichtung von Akten findet sich hier so ziemlich alles. Direkt nach der Ausstellung beginnt der Stadtrundgang unter dem Motto Auf den Spuren der friedlichen Revolution. Wir kommen also an markanten Punkten der Leipziger Innenstadt vorbei, die entscheidend für die historische Entwicklung des Jahres 1989 sind. So zum Beispiel zum Nikolaikirchhof, wo schon im Frühjahr ´89 der Ruf nach Freiheit laut wurde und wo heute neben einem Denkmal abends bunt beleuchtete Einlassungen im Boden an die Friedliche Revolution erinnern oder aber auch am Augustusplatz, wo im Herbst ´89 Massenkundgebungen stattfanden.

Am nächsten Tag fahren wir um 09.00 Uhr los - weiter zurück in die Vergangenheit. Um 11.00 Uhr kommen wir in Buchenwald an. Nach einer Vorstellungsrunde und der Besprechung des Programms, bei dem jeder Erwartungen, Fragen sowie Befürchtungen äußern kann, stärken wir uns zunächst mit einem Mittagessen und steigen dann in das Thema mittels Bildern von Buchenwald ein. Hier erhalten wir neben ersten Informationen über die Geschichte Buchenwalds, auch Wissenswertes über Täter und Opfer. Der darauffolgende Rundgang durchs Gelände zeigt uns nicht nur die noch bestehenden Gebäude wie die SS-Baracken, das Krematorium, Bunker etc., sondern macht uns auch klar, welch bittere Kälte die KZ-Häftlinge ertragen mussten. Ein Modell vom KZ Buchenwald, welches ein ehemaliger KZ-Insasse entworfen hat, führt uns zudem den Aufbau (in Großes/Kleines Lager, Appellplatz, Waffenfabrik, Steinbruch, Bahnhof) und die enorme Größe (200 Hektar!!!) vor Augen. Um 19.00 Uhr beschäftigen wir uns je nach Interesse mit dem Themenschwerpunkt der KZ-Geschichte oder der Geschichte des sowjetischen Speziallagers. Die Gruppe der KZ-Geschichte hat die Möglichkeit, sich individuell mit Büchern, Dokumenten oder Biografien zum Thema Buchenwald auseinanderzusetzen. Außerdem kann dieses sowohl künstlerisch (mittels Malerei) als auch durch die Teilausstellung Leben Terror Geist, welche einem zahlreiche KZ-Insassen, wie Dietrich Bonhoeffer, Bruno Apitz oder Imre Kertész näherbringt, verarbeitet werden. Die andere Gruppe hingegen führt das Thema mit einem Film zum Speziallager ein und diskutiert anschließend über dieses.

Der Sonntagmorgen beginnt um 09.00 Uhr mit einer kurzen Resümeerunde, in der jeder schildert, was einem vom Vortag besonders in Erinnerung geblieben ist. Je nach Gruppe schließt sich eine Besichtigung des Krematoriums oder der Massengräber an. Zudem kann jeder individuell die Ausstellung zum Konzentrationslager, zum Speziallager sowie die Fotoausstellung Schwarz auf Weiß erkunden. Auch hier gibt es neben zahlreichen Informationstafeln und Exponaten (Schuhe, Bürsten, Geschirr, Häftlingskleidungsstücke etc.) Dokumente, Fotografien und einen Film der amerikanischen Truppen nach der Befreiung Buchenwalds. Der letzte Programmpunkt besteht aus einem Rundgang durch die Mahnmalanlage, welche vom DDR-Regime errichtet wurde. Hierbei stechen neben den drei Massengräbern vor allem die zahlreichen Gedenktafeln, die die Geschichte Buchenwalds darstellen, sowie der Glockenturm hervor. Bei einer letzten Zusammenkunft im Museum zur Geschichte der Gedenkstätte wird der Aufenthalt resümiert und kritisch ausgewertet. Dabei wird als Fazit festgehalten, dass dieser interessant, informativ und lehrreich war, aber durchaus mehr Zeit nötig gewesen wäre, um die komplette Anlage Buchenwalds zu erkunden. Um 15.00 Uhr machen wir uns dann auf, um wieder in die Gegenwart zu reisen und kommen nach eineinhalb Stunden Verspätung - aufgrund von Schnee und Glatteis - mit neu gewonnenem Wissen und Sichtweisen am Idsteiner Busbahnhof an.

Jasmin Braunsdorf, 13E (Lk Geschichte, Herr Ganzert)

Erstellt: Christian Klein (22.02.2013) Letzte Änderung: Christian Klein (22.02.2013)